Neues Tool kann feststellen, ob Demenzpatienten weiterfahren sollten

Es gibt mehr als 20 Millionen registrierte Fahrzeuge in Australien und schätzungsweise 92 Prozent der erwachsenen Australier fahren. Es gibt zwischen 386.000 und 487.500 Australier, die mit Demenz leben, und mit einer alternden Bevölkerung steigt diese Zahl. Aber sollte eine solche Demenz-Diagnose einen automatischen Führerscheinentzug bedeuten?

Das Autofahren ist für die meisten erwachsenen Australier eindeutig ein wichtiger Teil des Lebens, so dass die Aussicht, dass einem das Auto weggenommen wird, möglicherweise lebensverändernd ist. Aber anstatt einer reflexartigen pauschalen Aussetzung von Lizenzen beginnen die Behörden nun damit, die mit Demenz diagnostizierten Personen individuell zu beurteilen.

Ein neues Video-Tool, das von Wissenschaftlern der University of Queensland (UQ) entwickelt wurde, hilft bei der Erleichterung dieser Bewertungen. Die Psychologieforscherin Dr. Theresa Scott arbeitet mit Menschen mit Demenz zusammen, um diesen videobasierten Fahrsicherheitstest zu entwickeln.

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Dr. Scott sagt, dass es Menschen mit Demenz gibt, die in den frühen Stadien der Erkrankung sicher fahren können. Ziel ist es, herauszufinden, wer diese Menschen sind und nicht alle Betroffenen in eine Kategorie einzuordnen.

Die Betroffenen, sagt sie, werden „ein Stadium erreichen, in dem ihre körperlichen und kognitiven Fähigkeiten so stark abnehmen, dass sie nicht mehr sicher sind“. Die Bestimmung dieses Stadiums in den Händen der Familien zu belassen, ist sowohl mit Emotionen als auch möglicherweise mit Gefahren behaftet.

Schon die Entscheidung dem Hausarzt zu überlassen, ist eine schwierige – für Arzt und Patient.

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Dr. Scott sagt, dass manchmal Personen mit einer Demenzdiagnose überhaupt nicht getestet werden oder einen Gedächtnistest mit Stift und Papier erhalten.

Ziel des videobasierten Bewertungstools ist es, das Rätselraten zu beseitigen. Laut Dr. Scott wird die Videobewertung durchgeführt.

„Der Test zielt darauf ab, die Fähigkeit dieser Person zu testen, einen Verkehrsunfall vorherzusagen, also beispielsweise eine Gefahr vorherzusagen“, sagt Dr. Scott.

„Das bedeutet, dass die Menschen weiterhin fahren können, solange sie sicher sind, sie können von ihrem Hausarzt getestet werden und ihr Hausarzt wird sich sicher fühlen zu sagen, ob sie weiterhin fahren können.“

Eine objektive Bewertung reduziert nicht nur das Gefährdungspotenzial für den diagnostizierten Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer, sondern soll den Betroffenen auch helfen, die Ergebnisse zu akzeptieren.

Demenzdiagnostizierte, die „das Glück“ haben, ein Gutachten zu haben, das es ihnen ermöglicht, zumindest kurzfristig weiterzufahren, haben die Zeit, nicht nur zu verdauen, was ihre Diagnose für sie bedeutet. Es bietet auch die Möglichkeit, Notfälle zu entwickeln, wenn sie als nicht mehr sichere Fahrer gelten.

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Der Test wird mit Hilfe von Menschen mit Demenz verfeinert und wird reale Aufnahmen von der Straße beinhalten, die Einzelpersonen ansehen und darauf reagieren.

Dr. Scott sagt, dass das Tool breitere Anwendungen haben könnte.

„Wir sagen, dass Fahrsicherheit unabhängig von Alter oder Zustand gleich aussehen sollte, also wäre der Test sicherlich auch für ältere Menschen geeignet.“

Für die weitere Entwicklung wurde dem Projekt ein Zuschuss der Bundesregierung in Höhe von 1,3 Millionen US-Dollar gewährt. Die Video-Assessment-Tests werden voraussichtlich innerhalb von zwei Jahren für Angehörige der Gesundheitsberufe verfügbar sein.

Mussten Sie oder eine Ihnen nahestehende Person nach einer Demenz-Diagnose eine Entscheidung zum Autofahren treffen? Wie sind Sie damit umgegangen? Wäre dieses Tool nützlich gewesen? Warum teilen Sie Ihre Gedanken nicht im Kommentarbereich unten?

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